Montag, 17. November 2014

Die kleine Meerjungfrau ** Hans Christian Andersen im Spiegel der GeZeiten

DIE KLEINE MEERJUNGFRAU | ** 1837 ** von Hans Christian Andersen ** | 16.11.14 von Alexandra Astrid Reif 

"Die kleine Meerjungfrau ist die jüngste und anmutigste der sechs Töchter des Meerkönigs. Sie hat, wie alle Meermenschen, keine Füße, sondern einen Fischschwanz. Sie besitzt als einzige die Marmorstatue eines Jünglings, welche im Meer versunken ist. Durch Erzählungen von der Oberfläche („Die Blumen duften und die Fische  Vögel) singen wunderbar“) weckt ihre Großmutter weiter die Sehnsucht nach der Menschenwelt. Mit fünfzehn Jahren dürfen die Töchter nachts hinauf und am Strand liegen – die älteren Schwestern, welche früher dieses Alter erreichen, erzählen ihr Wunderdinge von der lärmenden beleuchteten Stadt, den Vögeln, dem Sonnenuntergang, Kindern und Eisbergen. Als sie endlich selbst das Alter erreicht, steigt sie empor und beobachtet die Matrosen auf einem Schiff – am besten gefällt ihr aber der Prinz mit den dunklen Augen, der gerade seinen sechzehnten Geburtstag feiert. Als das Schiff wegen eines Sturms sinkt, erinnert sich die Meerjungfrau, dass Menschen nur tot auf den Meeresgrund gelangen können, und bringt den Prinzen an den Strand.
Sie beobachtet, wie ein Mädchen ihn findet, und ist traurig, dass sie sich anlächeln – der Prinz weiß schließlich nicht, wer ihn gerettet hat. Die Meerjungfrau findet heraus, wo das Schloss steht, und besucht die Gegend immer wieder. Sie erfährt, dass die Meermenschen im Gegensatz zu den normalen Menschen keine Seele besitzen, die nach ihrem Tod in die Luft aufsteigt – die einzige Möglichkeit, eine solche zu erlangen, ist, von einem Menschen geliebt zu werden. So begibt sie sich zur Meerhexe, die sie bisher stets fürchtete, und lässt sich einen Trunk brauen, der ihr Beine wachsen lässt statt ihres Fischschwanzes. Die Verwandlung ist jedoch unumkehrbar – sie wird nie wieder zu ihrem Vater und ihren Schwestern zurückkehren können. Falls sich der Prinz nicht in sie verliebt, bekommt sie keine unsterbliche Seele und wird zu Schaum auf dem Meere werden. Außerdem muss sie ihre Stimme hergeben. Stumm trifft sie also den Prinzen und wird von ihm in sein Schloss geführt.
Dort bleibt sie bei ihm, aber der Prinz liebt nur das unbekannte Mädchen, das er am Strand sah und für seine Retterin hält. Später stellt sich heraus, dass dieses Mädchen die Prinzessin des Nachbarkönigreichs ist, und der Prinz heiratet sie. Da der erste Sonnenstrahl nach seiner Hochzeitsnacht der kleinen Meerjungfrau den Tod bringen soll, geben ihre Schwestern ihr den Rat, den Prinzen zu töten: Das würde sie wieder in ein Meerwesen verwandeln und retten. Sie bringt es aber nicht fertig, springt ins Wasser und löst sich in Schaum auf. Dabei stirbt sie jedoch nicht, sondern verwandelt sich in einen Luftgeist. Damit hat sie die Möglichkeit, durch gute Handlungen eine unsterbliche Seele zu erlangen und so an dem „ewigen Glück der Menschen“ teilzuhaben.""
Quelle: Wikipedia **


Oh, wie sehr habe ich als Mädchen diese Geschichte geliebt ...
Eine Welt am Grund des Meeres voller Wunder, voller Zauber und Magie. Ein liebender und mächtiger Vater und viele, viele Schwestern, die miteinander fröhlich lachend diese Welt für sich eroberten.
Bis eine von ihnen - die wildeste und mutigste von allen - den Ausbruch wagt und sich von der Hexe des Meeres in einen Menschen mit einer unsterblichen Seele verwandeln läßt, ihren Fischschwanz für zwei Beine hergibt.
Um die Liebe eines Prinzen zu erlangen, den sie vor dem nahenden Tod gerettet hat, leidet sie furchtbare Schmerzen und zahlt dafür mit ihrer Stimme .... Der Prinz erkennt sie nicht und heiratet eine andere. Sie opfert ihr Leben ein zweites Mal, um seines zu retten und wird zu Schaum auf den Wellen des Meeres ... Damals hatte ich von Luftgeistern keine Ahnung und dachte, sie sei für immer tot ... 
Wie sehr habe ich mich doch mit dieser "kleinen Meerjungfrau" als Mädchen identifiziert ... Schmerz leiden, sich opfern, alles geben, was möglich ist und doch nicht erkannt zu werden, stumm sein und erneut das eigene Leben hingeben ...
Die Märchen des Hans Christian Andersen waren voller Schönheit, voller Zerbrechlichkeit, voller Sehnsucht und Melancholie ... das Däumelinchen, das ihren Elfenprinz und eigene Flügel bekam, das häßliche Entlein, das zum Schwan wurde, die Prinzessin auf der Erbse, die so empfindsam und damit die einzig wahre Prinzessin war, die Schneekönigin, in der die kleine Gerda das Herz ihres geliebten Kai vom Eis befreite, es zum Schmelzen brachte und zuvor mannigfache Abenteuer bestehen durfte, ihre ganz eigenen Erfahrungen machte ...
Immer war es das Licht der Liebe, das den Weg aus der Dunkelheit wies, immer war es die Sehnsucht, die das Licht im Innern am Brennen hielt, immer war es das Mädchen, das sich auf den Weg machte, um ihren Geliebten zu erInnern, immer erhielt die Melancholie den Schmerz und damit die Sehnsucht nach dem Licht in der Brust am Leben ... 
Na sowas.
In den USA, dem Land der vielen Möglichkeiten von der Tellerwäscherin zur Millionärin , dem Land, das uns seit seinem Kriegseintritt 1942 als "großer Retter Deutschlands" in Erinnerung geblieben ist (vor allem im Westen Deutschlands)  ...  wurde im Jahr 1989 die Kunde des Dänen Andersen aus dem rauhen Norden kurzerhand ein bißchen verändert:
Aus der kleinen Meerjungfrau wurde Ari Elle, sie bestand ganz einfach alle Prüfungen, die ihr auferlegt wurden, erhielt ihre Stimme zurück, der Prinz erkannte sich und sie noch rechtzeitig und es gab ein Happy End - ein großes Hochzeitsfest!!
Was für ein Glück!!!
Da ich als kleines Mädchen in meiner Phantasie ebenso die "wilde Piratenkönigin" war, die "jedem Sturm trotzte und die Weltmeere eroberte", gefällt mir diese Variante weitaus besser ...

So lebt die "Große Meerjungfrau" glücklich und zufrieden an der Seite ihres "WunschPrinzen",  brachte sein Herz "zum Schmelzen", fliegt mit ihm auf den Flügeln ihrer Phantasie, taucht mit ihm in tiefste Gewässer, erobert mit ihrer gemeinsamen Liebe die Weltmeere und bleibt weiterhin hoch empfindsam ... und wenn sie nicht gestorben sind ....

Von ganzem Herzen all meinen wundervollen und wilden Schwestern gewidmet.
In Liebe, Alexandra Astrid ***

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