Mittwoch, 23. Oktober 2013

E L L A * handgefertigte Spielpuppe für die Ausstellung MEMENTO MORI im Stadtmuseum Ingolstadt






„DIE TÖDIN“ |  
DIE HEILIGE DREIFALTIGKEIT DER GÖTTIN * GROßEN MUTTER * 
ERDENMUTTER 

In vielen ursprünglichen Traditionen im mitteleuropäischen Raum hatte der Tod ein weiblich-mütterliches Gesicht. Auch Sterbebegleitung und Totenfürsorge waren in unserem Kulturkreis eine Domäne der Frauen. In den Händen der Frauen lagen alle praktischen Verrichtungen und rituelle Tätigkeiten rund um das Sterben wie auch das des Gebärens. Im tiefen Wissen, daß Anfang und Ende unseres irdischen Daseins große Ähnlichkeit miteinander haben.
Das Keltentum hatte z.B. wie keine andere Zivilisation in der Antike das „weibliche“ Denken und Fühlen des Neolithikums bewahrt. Die keltische Gesellschaft strebte ein Dasein in Harmonie mit den Naturgesetzen an, ein Miteinander von Menschen, Tieren und Pflanzen. Dieses wurde vor allem durch den Glauben an die  Heilige Dreifaltigkeit der Großen Göttin, der Großen Mutter, der Erdenmutter, die als Gebärerin allen Lebens verehrt wurde,  geprägt. Die Große Göttin verkörpert in einer „Person“ das Werden, Sein und Vergehen, was sich auch in den Gesetzmäßigkeiten der Natur wiederfindet.
Im Frühling wird das Leben geboren, der Frühling im Leben einer Frau ist die Kindheit, die mit der Farbe Weiß assoziiert wird.
Dem Sommer entspricht die fruchtbare Zeit der Frau, die mit der ersten Menstruation, der heiligen Menarche beginnt. Als Symbol der Fruchtbarkeit der Frau ist das Menstruationsblut heilig und wurde der Göttin geopfert. Dieses Stadium im Leben einer Frau symbolisiert die Farbe Rot.
Die alte Frau, die weise Alte, die mit ihrem Wissen und ihrer Lebenserfahrung den jungen Frauen hilfreich zur Seite steht, bedeutet den Herbst des Lebens. Ihre Farbe ist Schwarz.                          
Der Winter symbolisiert den Tod, der im Frühjahr durch die Wiederauferstehung oder Wiedergeburt überwunden ist. So war das Leben in der zyklischen Vorstellung des Glaubens an die Göttin ewig, ein Werden, Sein und Vergehen im ewigen Kreislauf des Lebens.
In vielen alten Kulturen der Anbetung der Göttin wurde zudem der Mond zum Begleiter und Symbolplaneten der Frauen. Das Licht des Mondes wird aus der Dunkelheit geboren, wird groß und rund wie eine schwangere Frau, um dann wieder abzunehmen und für einige Tage im Nichts, im Leib der Schwarzen Himmelsgöttin bis zu seiner Wiedergeburt zu verschwinden.
So wurde der Triadenmond zu einem Symbol für die Dreifaltigkeit der Göttin wie auch die keltische Triskele.



                                                                
zusammengefaßt von Alexandra Astrid Reif * alexandra.astrid@traumwandlerin.com

Weiterführende  Literatur u. a.:
-          Erni Kutter, Schwester Tod – Weibliche Trauerkultur, Abschiedsrituale, Gedenkbräuche, Erinnerungsfeste, Kösel-Verlag, München
-          Manfred Böckl, Ceridwen – Die Rückkehr der dreifaltigen Göttin der Kelten,  Neue Erde Verlag GmbH
-          Dr. Heide Göttner-Abendroth, Die Göttin und ihr Heros – Die matriarchalen Religionen in Mythen, Märchen, Dichtung, Verlag Kohlhammer, Stuttgart

















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